Cross 25 - Cross Yachts > Regatta > Graf Zeppelin Regatta

Graf Zeppelin Regatta Friedrichshafen (21.5.2011)

Wenig Wind & das Yarddstickwunder

Am Freitag abend haben wir beide die vela von Altenrhein nach Friedrichshafen gebracht, bei wunderbarem Segelwind mit der großen Genua und immer auf AmWindkurs, der dazugehörige Kompasskurs schwankte aber zwischen 0 und 320°. So sind wir erste einen Anlieger Richtung Kressbronn gefahren, und ab da unter Land direkt Richtung  Friedrichshafen.

Der BSB Hafen ist im hinteren Teil arg flach und voller Schlingpflanzen (Pegel: 300) und im Fährhafen ist steuerbordseitig beim Einfahren auch Vorsicht geboten: Sandbank. Abends haben wir uns noch gemeldet und die Segelanweisung nach Auffälligkeiten untersucht. Und einige gefunden.

Samstag morgen ging es dann los, bei leichtem Wind wurde der Kurs Richtung Immenstaad mit einer Auslegetonne angegangen, wir haben uns aus dem Gewühl am Startschiff herausgehalten, damit zwar eineige Höhenmeter verschenkt, dafür aber weniger Stress und freien Wind gehabt. In Lee von uns: Die Varianta namens "Tigerente" das diesjährige Yardstickwunder, gesegelt von Christian Hamma. Den kenne ich von North Sails Bodensee - er ist der Segeldesigner dort.
Das erste Leg war eine Kreuz mit Holeschlägen um die 340°, immer auf das Land zu, die Strecker gingen dan hinaus auf den See. Und der Wind? Der nahm beständig ab. Es hat sich als vorteilhaft erwiesen, die vela bei den Windverhältnissen nicht so zu pressen, sondern lieber etwas offener mit mehr Geschwindigkeit zu fahren, was insbesondere bei den Kursschiffwellen vorteilhaft ist. Sieht aber im Vergleich nie so klasse aus: Die Wagner 970 oder First 27.7 mit Code 0 laufen mehr Höhe und lassen sich aufgrund der höheren Masse (3t) auch nicht von Wellen aus dem (Leichtwind)konzept bringen

Wie häufig bei den Leichtwind- Langstrecken schiebt sich das Feld an der ersten Tonnen wieder zusammen, Gisela und die Tramontana sind ca. 50 Meter vor uns, das Tigerentchen hinter uns, aber nicht so weit, daß wir die YST Differenz von 10 Punkten in 2 Stunden ausgleichen könnten. Und jetzt wir es zäh. Der Wind stellt ziemlich ab, und wir hüppeln mit 0,8 bis 1,2 (Yeah!) Knoten Amwind gen Uttwil über den See. Auf den letzten 2 Meilen gibt es ganz leichten Halbwind, und wir ziehen sofort den Spi und können so Boden auf die Wagner und die First gutmachen. Die Tramontana benötigt ca. 20 Minuten, um den Spi klarzumachen - wir sind bis dahin vorbei und runden innenliegend und parallel zur Wagner die Tonne Uttwil. Der 75 Quadrat Topspi der Wagner macht dann aber auf dem Kurs platt vorm Laken das Rennen, weil ich mich nicht dazu entschließen kann, etwas amwindiger zu gehen, vor dem Wind zu "kreuzen" und die weitere Strecke durch mehr Geschwindigkeit auszugleichen.
So reicht es uns nicht mehr, und Gisela geht in einem sicheren Abstand (zeitmäßig) vor uns durch das Ziel - das geht sich berechnet nicht mehr aus. Bei der Einfahrt in den BSB Hafen muß ich einer Fähre ausweichen, halte mich ganz steuerbord - und sitze prompt im Sand fest. Die Wassertiefe ist wohl weniger als 1,60...
 

Aber: Platz 4. Zu zweit. Wir sind ganz zufrieden nach dem Tag und feiern mit allern anderen im SMCF bei Freibier, türkischem Essen, Schwemmholzwinschen und Musik.

Der Sonntag beginnt mit einem Frühstück im SMCF und der Diskussion, ob die zweite Regatta nicht doch ein wenig kürzer sein könnte als die vom Samstag, weil ja einige noch recht weit wieder zurück in die Heimathäfen müssen und es eine Gewitterneigung gibt. Wir laufen aus, mit der Svenja im Schlepp, und dümpeln 2,5 Stunden bei Startverschiebung in der Bucht vor Friedrichshafen herum. vom Veranstalter gibt es den Eis- Express, lekker Magnum - aber es ist absolut flauflauflau.

Endlich wird um 12:30 abgeschossen und wir machen uns direkt auf den Heimweg, mit weggeräumten Segeln unter Motor, während sich über Rorschach und dem Pfänder die ersten Gewitterwolken bilden und wir sehen Biltze in den Wolken. Die Starkwindwarnung ist an.
Aber wir erreichen Altenrhein noch vor den Unwettern, ziehen schnell die Hafenplane auf (schwitz!). Auf der Autobahn fahrend, sehen wir über Friedrichshafen eine heftige Regenfront und freuen uns, Schiff und vor allem die Segel trocken und verpackt zu wissen.
 

Fazit: Schönes Wochenende, durch wenig Wind etwas stressig, zwei Mittelstrecken- Wettfahrten müssen von uns aus nicht sein. Wir brauchen einen neuen Spi. Wir hätten gerne einen Code Zero. Mal sehen.

Ergebnis YST 3

Gruppe: Yardstick 2 (Yardstick) L / Startzeit: 21.05.2011 10:00:00 
 
 

1 GER 88 Tigerente Varianta YCL 06:44:01 05:54:24
2 AUT 938 Fabienne Eolia 25 YCRhd 06:46:21 06:06:05
3 GER X Gisela Wagner 32 YCHaN 06:18:01 06:07:00
4 GER 2 Vela Cross 25 StSG 06:29:55 06:14:55
5 GER 35 Mikado Popcorn SMCF 06:47:21 06:24:18
6 AUT 2410 Tramontana First 27.7 YCWw 06:48:39 06:36:45
7 GER 441 Picabo Sun 2000 MMYC 07:32:58 06:40:51